Für himmlische Erfahrungen braucht es klaren Himmel, ein scharfes Auge und Staunen.

Sein Alter könnte signalisieren, es sei genug. Wenn nicht alles andere in ihm nach mehr drängen würde. So ist und bleibt er unersättlich.

Kennzeichen Gottes ist, dass er keins hat. Oder fällt ihnen eins ein? Ihrer kreativen Intelligenz ist Tür und Tor geöffnet.

Im Hinblick auf künstlerischen Ausdruck sind Wollen und Tun verschieden, ohne voneinander lassen zu können. Vermutlich gilt das nicht nur für Kunstdinge.

Mal wieder eine Fußball-WM. Mal wieder wechselt viel zu viel Geld den Besitzer.

Die Verkürzung lässt mehr ahnen, als in ihr steckt.

Nichts zu sagen zu haben, ist auch eine Aussage. Die Frage ist, wieviel Seiten sie füllt.

Verlockend (wie vergeblich), das Beste aus sich zu machen, statt nur dem Notwendigen hinterherzurennen.

Wo es ausschließlich um Notdurft geht, sind Bedürfnisse gering. Man könnte dies für Bescheidenheit halten, andererseits als Trägheit des Geistes betrachten, die geistige Regsamkeit für überflüssig hält.

Erfolg in eigener Sache ist im Spiegel anderer zu sehen, ohne dass dieses Spiegelbild eine nennenswerte Erfolgsaussage zu treffen in der Lage ist. Das Folgenreichste am Erfolg ist immer noch das Erfolgende.

Ich und ich sind uns ähnlich, ohne uns gleich zu sein. Das ist reine Definitionssache.

Die Kleinlichkeiten, die das Leben mit sich bringt, sind in der Lage ebendieses Leben erheblich zu beeinträchtigen.

Wer schnell schreibt, muss langsam, das heißt sorgfältig, korrigieren.

Die Menschheit ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie macht Schluss mit so einigem, was weise wäre zu erhalten. Die Menschheit ist Opfer und zugleich Täter ihrer eigenen Historie.

Aktuell (an)erkenne ich, dass mein Körper mein Denken beeinflusst. Vermutlich verhält es sich umgekehrt ähnlich, was allerdings die prinzipielle Dominanz des Körperlichen (hirnphysiologische Vorgänge, etc.) in Frage stellen würde.

Ich bin mehr als mein Körper, aber (völlig?) abhängig von ihm.

Feminismus, eine notwendige Kopfgeburt, Maskulinismus, ein Witz.

Belassen wir es beim Zufall, danken wir Gott.

Entwicklung ist nicht restlos aus sich selbst zu erklären, also nicht selbst(er)klärend.

Als ob die Welt den Mensch bräuchte ...

Probleme, die eine Tätigkeit bereitet, sollten nur soweit gehen, dass sie die Ausübung dieser Tätigkeit nicht verleiden. Überschreiten sie ein gewisses (individuell unterschiedlich zu bewertendes) Maß, kann man sicher sein, die falsche Tätigkeit oder möglicherweise die richtige Tätigkeit am falschen Ort, in der falschen Umgebung auszuüben.

Skepsis ist angebracht, in vielen Fällen eine Notwendigkeit, Zuversicht nicht weniger. Ohne Skepsis kein Fortschritt, ohne Zuversicht kein Beginn.

Sich als denkbar winzigen Teil der Welt betrachten ...

Wo Unwissenheit herrscht, hat nicht nur Aberglaube leichtes Spiel.

Wer mit sich selbst schlampig umgeht, wird an der Schlamperei anderer keinen Anstoß nehmen.

Fehlendes oder eingeschränktes Vermögen als Demütigung eigenen Wollens.

Dass scheinbar nichts Wesentliches passiert um mich herum, ist kein Versäumnis, sondern eher ein Zeichen von Bewahrung.

Die Seele als Annahme einer Annahme, für die es Gründe gibt oder keine. Wesentlich scheint mir das Annehmen.

Erfüllung als allenfalls vorübergehende Aussicht.

Es gibt unter anderen zwei zeitbezogen konträre Lebenseinstellungen. Die eine richtet ihr Trachten auf Zeitvertreib, die andere auf Erfüllung der Zeit.

Am Begriff der Wiedergeburt stört mich das Wieder. Es deutet die Verwirklichung (das Erscheinen, Entstehen, Auftauchen) eines Zurückliegenden an, in jedem Fall einer fraglichen Kontinuität, die mir auf Grund meines körperbezogenen, körperabhängigen Daseins unmöglich erscheint. Einmal gelebt, einmal gestorben.

Jeder Tag will gedeihen, so unscheinbar er auch sein mag.

Inhalt und Form liegen in der Verantwortung des Einzelnen, der sich der Mühe unterzieht, Inhalt und Form zu realisieren, das heißt, sichtbar, (an)fassbar zu machen.

Für so gut wie alles lassen sich bejahende wie verneinende Aspekte anführen, immer in Abhängigkeit der sich Äußernden.

Ein Klientelpolitik betreibender Politiker hat seinen Beruf verfehlt. Ein Politiker, der keine Klientelpolitik betreibt, wird seinen Beruf vermutlich nicht ausüben können.

Kunst und Gegenwart. Einmal die zeitgenössische Komponente (im Sinn von Inhalt und Rezeption), einmal die zeitliche Dimension (im Sinn der Realisierung).

Der Blick auf Fehlendes (Mangelhaftes) beunruhigt, der Blick auf bereits Erreichtes beruhigt das Fortschreiten.

Ständig auf dem Laufenden sein zu wollen, bedeutet nichts anderes als hinterherzurennen und mit der Zeit das Laufen zu verlernen.

Da ich nicht fertig, also unvollkommen, bin, kann auch das, was ich in die Welt entlasse, nicht fertig, also vollkommen, sein, obwohl es nicht einer gewissen Fertigkeit entbehrt.

Die Hummel mit hektischem Gebrumm, das monotone Geräusch des elektrischen Rolladenhebers am Nachbarhaus.

Dass man irgendwann im Leben da landet, wo man hingehört, obwohl man es nicht beabsichtigt hat, kann nachdenklich stimmen und die Frage aufwerfen: was jetzt?

Südlich ist man dem Ursprung Europas näher (nördlich seiner Verwirklichung?).

Woher meine künstlerische Neigung kommt, ist mir ein Rätsel.