Mit der Natur vertraut zu sein, heißt, das Werdende wie das Vergehende Wert zu schätzen (zu verinnerlichen) im Spiegel ihres aufeinander Bezogenseins.

Sinn besteht nicht an sich. Nur der Mensch als sinnvoll Erkennender schreibt Sinn dem Universum in vielfältiger Weise zu. Gott (oder ein göttliches Prinzip), sofern man ihn anführen möchte, ist weder sinnvoll noch ohne Sinn (geschweige denn Sinn stiftend).

Die Frage, was selbst verursacht ist, was überkommen ohne eigenes Zutun. Die neualte Aufgabe, sich als Selbstverursacher und das Zukommende angemessen zu identifizieren.

In meiner Freiheit liegt es, mich sinnvoll-schöpferisch zu entfalten oder nicht.

Wer Sinnlichkeit und Geist auseinander dividiert, übersieht die geistige Potenz von Sinnlichkeit.

Welch anderes (Lebe)Wesen als der Mensch könnte sich derart hartnäckig gegen seine Natur wenden und entgegen seiner eigenen Natur handeln (kraft seines Geistes, seiner Seele, seines Körpers)?

Individualität leben zu können in einem mitmenschlichen Verhältnis ist gegenwärtig ein erstrebenswertes Ziel und Vermögen (noch?) nicht aller, aber vieler Menschen, Bestrebungen, Entwicklung und Entfaltung der Individualität einzuschränken und zu unterdrücken (aus welchen Gründen auch immer) eine große, nicht hinzunehmende Gefahr.

Individualität und Gemeinschaft, Gemeinschaft und Individualität, ein dem Leben innewohnender Verhaltens- und Verhältnisprozess.

Manche gemeinschaftlichen Anliegen und Umgangsweisen sind mir fremd, manch individuelle ebenso. Ich sehe mich in einem ästhetischen Verhältnis von Geben und Nehmen, von Nähe und Distanz, und was der Gegensätze mehr sind.

Der Mensch tut, was er will. Dass er das nicht tun muss, was er wollen kann, ist ihm bislang wenig geläufig. Meist schaut er überrascht zu, wie ihm sein Wille resultatweise über den Kopf wächst.

Die Verfassung des Kosmos ist zufällig planvoll unzuverlässig und eine zunehmend dunkle Angelegenheit.

Hätten sie die Wahl zwischen dem und der und der und dem, für wen würden sie sich entscheiden, und warum?

Ist eine Schuldenlast derart umfangreich, dass an eine Tilgung zu Lebzeiten nicht zu denken ist, muss man sich über sie (wie über Schulden allgemein) keine Gedanken (mehr) machen.

Ich lebe schuldenfrei, entgegen dem Trend der Zeit (der sich über Schulden zu finanzieren scheint).

Das Geistige als Annahme eines Geistes, der ungeistiger Weise in einem (materiellen) Körper steckt.

Die Sinne sind dominant, Sinnlichkeit einzigartig und ohne Gegensatz.

Man ist hinterher immer ein anderer wie vorher, auch wenn das selten bemerkt wird.

Die Größe einer Idee bemisst sich manchmal auch an ihrem bescheidenen Umfang.

Gegenüber meinem Auffassungsanspruch ist mein Auffassungsvermögen winzig. Was anfangen mit der Differenz?

Jede Ausdrucksform ist ein Tor in die Welt und aus der Welt (hineingeboren in und heraus geboren aus).

Anscheinend hat alles einen Anfang und ein Ende. Anscheinend ist diese Feststellung (Erkenntnis?) alles andere als zufriedenstellend.

Wer sein Leben mit jemandem teilt, schaue weniger auf Gewinn und Verlust, mehr dagegen auf Teilen.

Was ausgesprochen wird, kann auch kritisiert werden.

Die Erde ist rund, Planeten auch. Der "Urknall" hat runde Sternmaterie hervorgebracht. Davon abgesehen, im Weltall existiert jede Menge unrunder Materie in Form von Staub und größeren oder kleineren Brocken (Meteoriten).

Inhaltliche wie formale Lücken in einem Text können hinderlich wie förderlich sein. Aber, ein Text mit Lücken hat seine Tücken (vor allem für den Leser).

Konkurrenz belebt das Geschäft, Dominanz (einzelner) lässt es veröden.

Verfügst du über besondere (herausragende) Fähigkeiten, vermeide, mit ihnen hausieren zu gehen. Sie verschaffen sich Geltung zu ihrer Zeit.

Was ich gut kann, möchte ich immer noch besser können. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine nur gute Idee ist.

Sich das Jawort zu geben, ist etwas völlig anderes als es ein Leben lang zu verwirklichen.

Leben will leben, anderes ist ihm nicht möglich. Nur der Tod (ob Teil des Lebens oder nicht) setzt ihm Grenzen (über die es sich wahrnehmbar hinwegsetzt).

Augenblicklich wende ich mich etwas Utopischem zu, genannt Gegenwart, etwas, das sich zwischen dem, was bereits nicht mehr ist, also vergangen, und dem, was noch nicht ist, also zukünftig, aufhält, eine Merkwürdigkeit, die so gut wie nichts bezeichnet, aber immerhin ganz und gar mir gehört (vermutlich weil sie aus nichts besteht), auch wenn ich nicht weiß, was anfangen mit ihr (wo doch nichts ist), eine Fata Morgana besonderer Verheißung.

Der unterhaltende Einfluss, den wir einem technischen Hilfsmittel zubilligen, das in eine Hand passt und mit den Fingern einer Hand zu bedienen ist, erscheint grenzenlos, der enzyklopädische, der diesem Gerät auch innewohnen kann, minimal.

Kraft des Geistes wird der Körper, kraft des Körpers der Geist diskriminiert. Von Seele keine Spur.

Liebe vermag den Geist zu wecken, nicht jeder Geist die Liebe.

Zwischendrin mal abschalten! Aber wer schaltet tatsächlich ab und was würde das nach sich ziehen?

Ein wahres Glück, was ich alles nicht (mehr) brauche und nicht brauchen möchte. Ich könnte zufrieden sein.

Auch bin ich dankbar für profunde Abwechslungen, die in der Lage sind, mich der Banalität des Alltäglichen zu entziehen, wie ich dankbar bin für das Beharrungsvermögen, das mir die Banalität des Alltags ermöglicht.

Freu' dich, wenn in deinem Leben sich etwas bildet, das du dir in der Weise, wie es sich verwirklicht, nicht vorgestellt und auch nicht angestrebt hast.

Seelenleben als Summe dessen, was Innen ist und Innen abläuft, also ein Innenleben, das von Außen über die Sinne beeinflusst (instruiert?) wird und unsichtbar (oder nur bedingt über Mimik, Gestik und Sprache wahrnehmbar) innerhalb der Person aufgehoben ist, dessen Inhalte über das personale Aufgehobensein hinausreichen, ohne mehr als die Person auszumachen, immer gepaart aus Empfindungs- und Denkvermögen (in unterschiedlichen Anteilen). Seelenleben gleich Innenleben, ein Körper ohne Körperlichkeit (oder umgekehrt?), eine vielfältig ausgedehnte Landschaft ohne Horizont, ein schier unendliches Meer an Möglichkeiten.

Zugang zum Innenleben anderer findet man nur indirekt (wenn überhaupt).

Das eigene Verhalten entfaltet sich aus einem von Außen mehr oder weniger stark beeinflussten Innen heraus. Art und Weise und Inhalt
der Beeinflussung, sowie Art und Weise personaler Verarbeitung sind von entscheidender Bedeutung.

Biografie als Summe dessen, was ein Leben lang beeindruckt.

Manchmal weiß ich nicht, was besser ist, bloße Ansichten oder bloße Einsichten. Dann muss ich mir klar machen, dass diese Frage in die Irre führt, denn weder kommt eine Ansicht ohne Einsicht noch eine Einsicht ohne Ansicht aus.

Keine Äußerungsform ohne Äußerung, keine Äußerung, ohne dass sich jemand äußert.

Form folgt nicht nur der Funktion, Form ist Vollzug.

Woran ich zweifle, steht unter Rechtfertigungsdruck, und was ich verteidigen muss, unterliegt meinem Zweifel.