In mancher Hinsicht ist man zu besonderen Leistungen fähig, in anderer ein Anfänger. Aber sind große Leistungen nicht immer gepaart mit der ein oder anderen Unfähigkeit? Ich zum Beispiel sehe mich in der Lage, ein gutes Sauerkraut zuzubereiten, Rindersteaks aber gelingen mir nicht, wie Grillgut allgemein.

Man sollte Kunst nicht begegnen (ob produktiv oder rezeptiv) aus dem gesteigerten Verlangen nach etwas, das sie nicht hat (aber vorgibt zu haben) und das man bezeichnen könnte als transzendentale (metaphysische) Illusion. Statt dessen trete man ihr nüchtern, mit Sachverstand, gegenüber, etwa wie man mit alltäglichen Dingen Umgang pflegt (und dann freue man sich über Offenbarungen, so es sie gibt)

Für mein Tagewerk benötige ich Zurückgezogenheit (das ist nichts Neues). Einsiedler bin ich deswegen nicht.

Und wieder sind wir für eine Weile am Abgrund entlang genarrt.

Sympathisch muss mir ein Politiker nicht sein. Sachverstand sollte er besitzen und Integrität. Während ich den Sachverstand im Spiegel seiner Äußerungen in etwa ablesen kann, tappe ich, was seine Integrität anbetrifft, im Dunklen.

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Menschheit setze ich auf die Reform des (jedes) Einzelnen. Die Realität gibt mir recht wie unrecht. Mit Ge- und Verboten seitens Obrigkeiten habe ich Probleme, sehe aber von Fall zu Fall ihre Berechtigung.

Religion als missverständlicher wie missverstandener Begriff.

Einer verliert seine Frau und damit das Glück seines Lebens. Da er sich nicht umbringen will oder kann, setzt er sich rücksichtslos tödlichen Gefahren aus in der Hoffnung auf jenseitige Wiedervereinigung. Aber es erwischt ihn nicht. Der Tod lässt sich Zeit (mit ihm).

Selbstkritik ist eine unangenehme Form des Selbstumgangs. Da man sich selbst gegenüber befangen ist, kann sie überzogen wie nachlässig ausfallen. Ein Kunststück, die rechte Balance zu finden, und lebenslange Praxis.

Sich in die flüchtigen Areale des Lebens vertiefen, in das, was nicht festzuhalten ist, nichtsdestotrotz beherrschenden Anteil am Leben hat. Hören, wie das Gras wächst, riechen, wie die Luft sich verströmt, staunen angesichts der geheimnisvollen Sensationen des Daseins.

Die eigenen Möglichkeiten in rechter Weise erfassen, die Motive eigenen Handelns ergründen, lohnender Teil von Selbstkritik.

Ich begegne meinem Alter mit jugendlicher Neigung und meiner nicht mehr vorhandenen Jugend mit altersbedingter Skepsis. Ansonsten versuche ich zu leben, wie es kommt und kein Wort darüber zu verlieren (wie man lesen kann, ohne Erfolg).

Askese hat noch niemand geschadet, aber auch nicht jedem geholfen.

Eine Demütigung des Alters: die medizinisch behandelte Hinfälligkeit.

Der wirkliche Feind haust innen und treibt außen sein Unwesen. Wo ihn bekämpfen?

Spätentwickler, der ich bin, drehe ich die Zeit zurück, um rechtzeitig zur Stelle zu sein. Wäre doch schade, wenn ich mich verpassen würde. Die Zeit kommt mir entgegen, was nett von ihr ist. Ich brauche mich um sie nicht zu kümmern.

Mein Körper gehorcht mir, wenn ich ihm gehorche.

Manch einer säuft und frisst sich tot, ohne zu bemerken, dass er vorher (noch) sterben muss. Das ist schwer zu verstehen, also menschlich, bedarf also der Nachsicht.

Heilslehren geben mir Aufschluss darüber, was für mich heilsam ist. Ich frage mich, woher sie das wissen (wollen).

Tragen die Teilnehmer an der Münchner Sicherheitskonferenz Unterbringung und Verköstigung selbst, einverstanden (warum nicht auf eigene Kosten sich treffen und reden und essen und trinken?). Wenn nicht, halte ich diese Veranstaltung für rausgeschmissenes Geld, von dem ich hoffe, dass es nicht aus Steuermitteln stammt.

Konferenzen werden allgemein überbewertet, mit einer Ausnahme: die "Konferenz der Tiere".

Entweder mein Gemüt verhält sich ruhig, was erholsam, aber auch reichlich öde ist, oder es tobt sich aus, was aufregend anstrengend ist.

Ich kann nicht alles erfassen, das ich gern erfassen würde. Das hat nichts mit Ignoranz zu tun, sondern mit begrenzten Möglichkeiten.

Sieht sich die Möglichkeit zu wählen zu vielen Wahlmöglichkeiten ausgesetzt, wird aus ihr eine Unmöglichkeit. Besteht dazu das zur Wahl Stehende aus mehr oder weniger abgeschmackt Möglichem, ist möglicherweise von Zumutung zu sprechen.

Ich traue dem Mensch nicht (mehr). Ich finde, er hat sich im Lauf der Zeit zu seinem Nachteil verändert. Es ist an der Zeit, dass er sich neu erfindet, vor allem zum Vorteil. Das ist er sich schuldig, bei seinem Potenzial.

Wie soll jemand, dessen Verhältnisse erkennbar zerrüttet sind, in der Lage sein, sich um etwas so Kompliziertes wie die Weltordnung zu kümmern?

Kunst benötigt keinen Vorwand, keinen Einwand, fordert aber einen nicht unerheblichen Aufwand.

Du kannst dich beherrschen lassen oder du beherrscht dich.

Talent als unentwickelte Fähigkeit, mehr Verheißung als Tatsache, immer mit der stillschweigenden Aufforderung verbunden, sich zu verwirklichen.

Nationalismus haben wir hinter uns. Den brauchen wir nicht mehr. Mitmenschliches Selbstwertgefühl allerdings wäre eine Errungenschaft.

Ich finde über Rhythmen in die Musik.

Kunst ist zu hinterfragen, wie Menschengemachtes an sich zu hinterfragen ist.

Sich dem Leben nähern, sich mit ihm befreunden, ja lustvoll verbinden, von der Erkenntnis seiner Flüchtigkeit her (sieht man von der ihm innewohnenden selbstreproduktiven Fähigkeit ab).

Wahr ist, ich sehe mich dem Leben in seiner Fülle nicht gewachsen und erst recht nicht der kargen Tatsache des Todes. Darum habe ich beschlossen, dem Wachsen abzuschwören und mein Augenmerk auf Vorhalt, Einhalt, Erhalt, Behalt, Unterhalt, Gehalt, allgemein auf Halt zu richten.

Ich himmle Schönheit an wie ein entferntes Urlaubsparadies himmlischer Prägung. Mir ist ihr vorübergehender Charakter, also ihr Streben nach Neuerfindung (Bewahrheitung) im Gewand täuschender Echtheit bewusst.

Wer behauptet, wir würden uns in einer Endzeitsituation befinden, bringt nichts anderes als seine Unfähigkeit zu vorausschauendem Denken (Vorstellungsvermögen) zum Ausdruck, die er noch dazu hinter der Fassade eines wohligen (weil ihn nicht betreffenden) Untergangsszenarios verbirgt.

Liebe kommt ohne Erotik aus, Erotik nicht ohne Liebe.

Am besten lernt man etwas kennen, indem man sich ihm vorbehaltlos widmet.

Gemütsruhe vorübergehend, Anregung des Gemüts vorübergehend, ich im Wechsel des Gemütsgeschehens (auch vorübergehend?).

Hinter sogenannten Sachzwängen steckt eingeschränkte Vorstellungskraft und fehlender Wille dem Vorstellungsvermögen Taten folgen zu lassen.

Gleichgültigkeit, gleich gültig, also unterschiedslos. Nichts erkenntlich, weder Abwendung noch Zuwenden möglich. Daraus dann Gleichgültigkeit als Ausdruck von Gleichgültigkeit (im Sinne von: es ist mir egal).

Zwischen notwendiger Selbstpflege und übertriebener Eitelkeit verläuft ein schmaler Grad, auf dem es selbst(ver)achtend zu balancieren gilt.

Niemand wird widersprechen, wenn ich behaupte, Übung macht den Meister, auch gerade mit Blick auf Körper, Geist und Seele (die man auch üben kann). Was man nicht gebraucht, liegt brach. Was brach liegt, verkümmert. Bleibt die Frage nach der individuellen Bedeutung, nach dem Ausmaß, allgemein nach Qualität und Quantität des Übungsprozesses. Nicht tut alles allen gut, führt alles bei allen zum meisterlichen Ziel.

Ein sicher nicht einfach umzusetzender Vorschlag, um der ukrainischen Bevölkerung weitere Bombardements zu ersparen: Den Luftraum über der Ukraine sperren, aus (erklärtermaßen) humanitären, nicht aus militärischen Gründen. Mut ist dafür gefragt und Einsatzwille (für die zu treffende Entscheidung konsequent einzustehen). Mit Blick auf mein Land und auf die Europäische Union vermisse ich beides (von den USA ganz zu schweigen). Das halte ich für beschämend.

Wenn Menschen Funktionsträger sind, aber von der Bedeutung der Funktion, die sie auszuüben haben, wenig bis keine Ahnung haben. Aber das ist ja nichts Neues.

Auf Dauer können wir so nicht weitermachen, das müsste jedem klar sein, und überhaupt existiert keine Alternative, angesichts dessen, was wir übermorgen auch nicht tun werden.

Das Schöne verlierst du unweigerlich aus dem Blick, wenn du es zu halten versuchst.

Jedes Talent ist eine unerfüllte Aufgabe, die in der Hauptsache vom Talent zu lösen ist (na ja, Übung macht den Meister).

Eine naturgemäße Lebensführung? Worum könnte es sich dabei handeln? Sicher nicht um eine die natürlichen Ressourcen nach Belieben plündernde Vorgehensweise. Der Teufel steckt wie so oft im Detail (genau genommen im Menschen selbst). Die Details sind menschliche, individuell menschliche, ihnen den Teufel auszutreiben eine menschliche, vor allem individuell menschliche Aufgabe.

Ein Meister der bescheidenen Geste? Warum nicht?

Einen Teil seiner (Lebens)Zeit hat er damit verbracht, Leitmotive zu finden, mit mäßigem bis geringem Erfolg. Nur wenige (eigentlich fast keine) hielten stand. Heute ist er nur noch motiviert, ohne Geleit. Er spürt die Dünne des Eises, auf der er tanzt, entgegen seiner einst leitmotivischen Annahme auf dickem sich zu bewegen.

Eine Holzfeuerung ist vergleichsweise einfach zu realisieren (am besten als integraler Bestandteil einer Räumlichkeit), sie erzeugt unmittelbar Wärme (Holz vorausgesetzt), beim Brennmaterial handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff (umsichtig genutzt). Außerdem umgibt sie, die Holzfeuerung, der Nimbus jahrtausendealter Praxis.

Ich danke (wem auch immer) für mein sonniges Gemüt und seine tristen Schatten.

Partikularinteressen gegen Allgemeinwohl, Allgemeinwohl gegen Partikularinteressen. Die einen sind gut zu identifizieren, zum Allgemeinwohl gehen die Meinungen auseinander. Wie wäre es mit maximaler Verständigung (Übereinkunft) bei minimaler Differenz? Wäre das eu-weit im Sinn der EU nicht zu realisieren?

Toleranz ist eine endliche Ressource. Man sollte sie sparsam nutzen, keinesfalls ausbeuten. Politisch betrachtet, befinden wir uns aktuell im Ausbeutungsmodus.

Der Tod ist unbegreiflicherweise Teil des Lebens, das Leben begreiflicherweise nicht Teil des Todes.

Auf Eitelkeit verzichten und sie auch im Gewand der Selbstlosigkeit identifizieren.

Selbst Musik zu machen und sich selbst Musik machen zu hören, sind unterschiedliche Aspekte ein und desselben.

Nach wie vor bedarf ich Größerer, um zu lernen, mit Ungerechtigkeiten seitens anderer umzugehen, ohne anderen meinerseits ungerecht zu begegnen. Im Grunde genommen strebe ich danach, innerlich unabhängig zu sein von anderen, ohne andere aus den Augen zu verlieren (auch ich bin ein anderer).

In eigener Sache kenne ich keine Kritiker (außer mich selbst, auch wenn ich in eigener Sache befangen bin), weil Kritiker nichts von mir wissen. Unerkannt lebe ich im Expressions-Geschehen meiner selbst und sammle die Früchte meiner Kreativität (die man beurteilen kann, wie man will).

In der Antike wusste man noch, dass ein Gott nicht ausschließlich ein gerechter Gott sein muss. Auch göttliche Unberechenbarkeit war Teil antiker Gottesauffassung. Hat sich daran heute etwas Wesentliches geändert, außer dass die Anzahl der Götter sich reduziert hat?

Prüfe, wo und wann du dir Entscheidungen abnehmen lässt und wo und wann du selbst entscheidest (aus dir heraus in der Antwort suchenden Auseinandersetzung mit dir selbst)!

Sich weder für noch gegen (etwas) zu entscheiden, optimiert persönliche Freiheit und minimiert eigene Verantwortlichkeit.

Sobald ich mich entscheide, konfrontiere ich mich mit Gewinn oder Verlust.

Mindestens in einem Aspekt bin ich universell, denke, vermute, glaube, hoffe ich ...

Dass mir kreative Tatkraft noch eine Weile erhalten bleibt, wäre schön. Dass sie irgendwann versiegen wird, liegt auf der Hand und hoffentlich im Einklang mit meinem Ende.

Hat man die Kindheit in etwa hinter sich gelassen, zeichnet man lebenslang für den Zustand (die Zustände), in dem (denen) man lebt, verantwortlich. Man ist nicht die Ursache seiner selbst, aber persönlich in der Pflicht für sich selbst. Welche Tragweite diese Verpflichtung hat, mag variieren.

Ihm stehen Fähigkeiten für bestimmte Tätigkeiten nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Diese Tätigkeiten kann er daher nicht oder nur eingeschränkt ausüben.

Die Kunst des Lebens besteht u.a. darin, mit den verfügbaren personalen Möglichkeiten einen Job zu finden, der einem hinlänglich Spaß macht und mit dem man ausreichend Geld verdient, um sein Leben zu bestreiten. In diesem Zusammenhang von Kunst zu sprechen ist überzogen und ändert am existenziellen Befund nichts.

Man ist Schriftsteller, wenn man schreibt, und freue sich, veröffentlichen zu können, was kein hinreichendes Kriterium für Schriftstellerei ist. Selbst die Frage, ob es Menschen gibt, die interessiert, was man schreibt, besitzt nicht die Bedeutung, die ihr zugeschrieben wird (ist aber nicht unwesentlich).

Eine stürmische Jugend schützt eine Zeit lang davor, dass die Aussicht auf ein belangloses Leben den Lebenselan (Élan vital!?) im Keim erstickt. Sie ist für alle Beteiligten anstrengend, gewiss, und vor allem denen unangenehm bis verhasst, die Elan teilweise oder ganz eingebüßt haben.

Ich fasse die Provinz als Kapitale der Vernunft auf. Sie hilft mir, durch die Brille des Möglichen zu sehen und das Unmögliche außer acht zu lassen.

Im Grund meiner selbst bin ich nicht sesshaft, aber froh, einen Ort zu kennen, an dem ich sitzen kann.

Nun also Unregelmäßigkeiten im Schriftbild. Altersbedingte Flüchtigkeiten oder Anzeichen zerebraler Verstimmung?

Langsam dringt Helligkeit in meine "Klause". Es nähert sich der das Tagesgeschäft herbeizitierende Moment, um die geistige Choreografie einer stillen, unverbrauchten Frühe zum Erliegen zu bringen.

Szenen seines Lebens umgeben ihn wie laues Badewasser. Ihm entstiegen, weiß er nicht, ob schwitzen oder frieren. Seit er kalt duscht ist ihm die Entscheidung abgenommen. Der Wanne entstiegen ist er abgekühlt erinnerungsfrei.

Individualität als erstrebenswertes Gut und raffinierte Täuschung dessen, was man landläufig mit Ich bezeichnet. Einerseits unschlagbar, andererseits rein gar nichts.

Ungleichheit beeinträchtigt das Zusammenleben. Gleichmacherei ebenso. Aus Sicht eines gedeihlichen Miteinanders scheint Ausgleich förderlich, allerdings nur, wenn er gleich und ungleich als Lebensrealitäten nicht völlig zum Verschwinden bringt (was aus dem Leben gegriffen vermutlich sowieso unmöglich ist).

Eine Notwendigkeit von Herrschaft, um menschliche Belange zu regeln, existiert nicht. Notwendig ist das verbindliche und verbindende, global wie regional zu denkende und zu behandelnde Organisieren humanen Zusammenseins.

Menschen, die vornehmlich in der Kategorie von Herrschaft agieren, stellen ein Entwicklungshindernis dar.

Herrschaft fürchtet ihren Zusammenbruch, ist von daher eher verlust-, wie gewinnorientiert (nicht im Sinn von Finanzkapital).

Wer herrschen will, muss unterdrücken. Die Frage ist nur, wie groß der herrschende Druck (nach und im Innen und Außen) ist.

Ich trete auf als Trauergast meiner selbst. Zu Grabe getragen werde ich, ohne Aussicht auf Wiederbelebung. In der Trauerrede, die ich vor meinem Grab stehend, zu halten habe, betone ich ausschließlich verpasste Möglichkeiten. "Hätte ich doch nur ...", ein schmerzhafter Anklagepunkt meines (staatsanwaltlichen?) Plädoyers, angesichts dessen die Verteidigung meiner selbst zu einer unbeholfenen Geste unzureichender Beschwichtigung schrumpft. Die zu Tränen rührende Erkenntnis, dass das, was nie war, jetzt zu etwas wird, das keine Zeit mehr hat, etwas zu sein, bleibt für ein Urteil ohne Belang. Ich trete ab (wohin?) noch bevor Erde auf mich fällt. So etwa der Traum, der mich letzte Nacht heimgesucht hat.

Das zu erwartende Ende ist eine Selbstverständlichkeit, die alles andere als selbstverständlich ist.

Den Tag mit Freude begrüßen und mit Erleichterung verabschieden.

Sehr geehrte Damen und Herren, das Maß ist voll, voller kann es nicht mehr werden. Aus diesem Grund dringe ich auf umfassende Mäßigung ...

Von weitem betrachtet ist das Universum bezaubernd grandios, aus der Nähe erschreckend tödlich.

Bringe ich Müll in die Welt, muss ich mich nicht wundern, wenn er verräterisch an mir haften bleibt, auf eine Weise, die zunächst mit Müll nichts zu tun haben muss, zum Beispiel in Form der Tatsache, dass ich mir Müll (noch) leisten kann.

Die meisten Menschen brauchen Orientierung(shilfe). Wer aber orientiert?

Die entscheidende Frage lautet nicht, wie du in Fluss kommst, sondern, wie du in Fluss bleibst.

Tanzen erfüllt den Raum mit vorübergehender Bewegung, die den Körper zu einem bewegten (bewegenden) Raumelement werden lässt. Innehalten ist dabei nur ausnahmsweise vorgesehen (als sparsam akzentuierender Teil bewegten Geschehens).

Sinneseindrücklichkeit (Wahrnehmung) als Dreh- und Angelpunkt meines Bewusstseins. Ob ich mir die Sinne rauben lasse oder sie schärfe, liegt an mir.

Die Ausdrucksformen können wechseln, das Ausdrucksvermögen sich (vermindern oder) steigern, das Ausdrucksverlangen bleibt.

Intuition zeichnet der Möglichkeit nach umfassend und nicht allein maßgeblich in Kunstdingen. Sie kann täuschen, vor allem, aber nicht ausschließlich, in Kunstdingen.

Der Mensch bewegt sich erkenntnismäßig in Bereichen, die ihm (nur) über ausgeklügelte technische Hilfsmittel zugänglich sind. "Mit bloßem Auge ..." markiert eine Metapher sinnlicher Unzulänglichkeit. Es ist, als ob der mit seinen Sinnen (womit sonst?) erkennende Mensch an Krücken gehen würde, ohne dass ihm bewusst ist, dass er an Krücken geht.

Keine Wissenschaft verfügt über mehr Sinne als dem wissenschaftenden Mensch zur Verfügung stehen.

Das menschliche Leben strebt danach ein erkanntes Leben zu sein (was vermutlich eine Überforderung darstellt).

Mal wieder habe ich meinen Sinnen Urlaub gegeben. Die Reise ist schon geplant. Sie wird auch diesmal (entgegen meiner naiven Absicht) dazu führen, dass meinen Sinnen genau das widerfährt, was ich ihnen (mit dem Urlaub) ersparen wollte: Grandioser Input wie erregende Aufmerksamkeitsorgien. Zurück wird ein ästhetisches Erschöpfungssyndrom bleiben, das in eine nachreisliche Erholungsbedürftigkeit münden wird. Aber: summa summarum ein einmaliges, unvergleichliches Erlebnis!

Ich bin für Totales nicht gemacht. Dass mir dieser Begriff überhaupt geläufig ist: Ein totaler Irrtum.

Freiheit als Abwesenheit von Zwang und zugleich als Verpflichtung, dem Unabwendbaren genüge zu leisten.

Er wurde in eine Zeit geboren, lebte in dieser Zeit und fiel am Ende aus ihr heraus. Diese Zeit, im Komplott mit der (ambivalenten) Annahme, es könne sich um seine ureigenste handeln, war für ihn dann doch nur ein blankes Vorüber von Irrtümern (ihn selbst mit eingeschlossen). Zum Glück nur ein Vorfall eher bescheidenen Ausmaßes.

Das merkwürdige Gefühl einer filmischen Fata Morgana beim Anschauen eines fast hundert Jahre alten Stummfilms. Orte und handelnde Personen längst nicht mehr existent. Das Bildmaterial ein zeitgeschichtliches Überbleibsel, sorgfältig restauriert und digitalisiert. Triumph der Technik und zugleich einer unterhaltsamen Täuschung.

Es gibt eine Verpflichtung zum Ende hin, auch wenn man das Ende zu Beginn nicht kennt (oder gerade weil?). Man kommt ihr nach, immer, ihr, sich selbst und anderen zu Liebe.

Die Verhältnisse scheinen ganz passabel. Da und dort ein wenig mehr Schliff, und Zufriedenheit könnte sich einstellen. Wenn nur das (eigene) Verhalten nicht wäre.

Sich selbst zu genügen, ist die Antwort auf eine Frage, die sich genügsame Menschen selten stellen (müssen).

Der Geist als geistige, der Körper als körperliche Illusion ... An dieser Stelle reißt der Faden dieses Gedankens ab. Er hat es (nur) zu neun Worten gebracht. Die Pointe blieb aus, fiel mir aus dem Kopf, während der Niederschrift. Ich schaute mich noch etwas um im geistigen Kramladen meiner selbst, aber sie blieb verschollen, unauffindbar im Gekrümel inneren Erlebens.