Mitten auf der Straße schiebt ein Mann einen Einkaufswagen mit Tüten vor sich her. Hose und Jacke sind schmutzig und viel zu groß, auch die Schuhe. Auf Grund einer Geheinschränkung kommt er nur mühsam voran. Etwa hundert Meter hinter ihm stehen exakt aneinandergereiht vier weitere, große und dick bepackte Plastiktüten auf der Fahrbahn, obenauf ein schwerer Mantel. Der Mann dreht sich immer wieder zu ihnen um, wie um sicherzugehen, dass sie ihm nicht abhanden kommen. Dann lässt er den Einkaufswagen stehen, nicht ohne auch ihm sichernde Blicke zuzuwerfen, wankt zurück, nimmt eine der Tüten auf und schleppt sie zum Einkaufswagen, stellt sie dort ab, geht zurück, holt die zweite Tüte, und so fort, bis alle Tüten samt Mantel beim Einkaufswagen angekommen sind. Dieser wird nun hundert Meter weitergeschoben und das Nachholen der wartenden Einkaufstüten wiederholt sich.

Jedes Werk ist Gegenstand. Wir sind ihm gegenübergestellt wie allem um uns herum. Wir sehen Farbe und Form.

Ein Porträt hat sich um das Geheimnis des Erscheinenden (des zur Erscheinung Kommenden) zu kümmern. Wiedererkennbarkeit ist dem nachgeordnet, also zweitrangig.

Was wir sehen, ist das eine, was wir daraus machen, das andere.

Man nimmt das Wort Zeitvertreib viel zu wenig ernst.

Schicksalsschläge sind rätselhafte Ereignisse (sofern man sie nicht selbst verursacht, aber dann sind sie keine). Sie stellen die nicht zu beantwortende Frage: Warum gerade ich?

Kunst wird wahrgenommen, ist aber niemandes Besitz. Besitzen kann man nur das Werk, nicht die Kunst.

Wie Narziß sein Spiegelbild im Wasser sieht und sich augenblicklich in sich selbst verliebt, beuge ich mich über mein Werk und sehe mich selbst. Doch anders als Narziß (den seine Selbstverliebtheit ins Verderben stürzte) missfalle ich mir. Dabei würde ich mir gern zu Gefallen sein. Doch ist meine Selbstverstimmtheit anhaltend, so sehr, dass sie mich weitertreibt von Bild zu Bild. Sollte ich mir je gefallen, eines Tages, könnte ich aufhören mit Malen.

Entgegen der Annahme, die eigene Erkenntnisfähigkeit brächte sie hervor, kann Erkenntnis auch im Gespräch eine zufallende sein. Im Geflecht von Rede und Gegenrede baut sie sich alles andere als zufällig ihr Nest.

All die Wissensstandpunkte, phasenweise für bare Münze genommen, wie blickeinschränkend und bewegungsarm. Irgendwann war Schluss damit. Seitdem wandle ich nur noch im Kreuzgang eigenen Daseins und auch nur mit Freunden (denn es gibt noch Gleichgesinnte und sie werden stetig mehr) und staune und freue mich über die Fülle ihrer unterschiedlichen Auffassungen und Gestaltungsweisen. An Wissenszugewinn um des Wissens willen habe ich kein Interesse mehr.

Der Künstlerische Dialog braucht Pausen, als ob auch er sich dann und wann erholen müsste. Für Kunstschaffende sind sie ein Problem.

Vermeide Sehnsuchtsziele. Finde sie woanders, an ungefragten Orten. Dann sind sie Geschenke, vollständig würdig und gemäß deiner eigenen Sehnsucht.

Gelungenes Bild, gelungenes Werk: kompositorische wie improvisatorische Elemente halten sich die Waage.