Dass ich mich dem Leben wie von Sinnen hingeben würde, nein, dass ich es auf Grund fehlenden Sinns meiden würde, auch nein. Ich versuche - und damit stehe ich sicher nicht allein - nach meinem Gutdünken im Leben zu bestehen, es nicht zum Allzweck erhebend, es nicht niederdrückend zur Erfüllung bloßer Notwendigkeit. Mein Gutdünken folgt weder besonderer Willkür noch besonderer Planung, liegt demnach in meinem Ermessen, mal so, mal so.

Sich dem Leben zu entziehen, ist schade, sich ihm auszuliefern eine Dummheit.

Was man nötig hat und was man meint nötig zu haben. Nicht das Gleiche. Meist verstellt Letzteres den Blick und beschwert damit das Leben.

Lustvoll ist nicht gleich lüstern. Lustvoll ist lebensbejahend wie schmerzbewusst.

Schmerzen lassen sich nicht vermeiden, höchstens die, die ich mir (aus welchem Grund auch immer) selbst zufüge. Auch ein vortrefflicher Lebensstil bewahrt mich nicht vor Schmerzen. Der Lust gegenüber aber besitze ich Wahlfreiheit. Ich muss mich ihr nicht restlos hingeben.

Lust steigert sich im Vollzug ihrer Mäßigung.

Was ich nicht besitze, kann ich auch nicht verlieren.