Die Fakten liegen auf dem Tisch, (von mir selbst?) ausgebreitet wie wertvolles Kartenmaterial, verteilt zwischen anderes. Ich bräuchte nur zu rekonstruieren, Wege, Topografien, Atmosphärisches. Fündig sein und werden. Eine Verrichtung, eichhörnchengleich wühlend zwischen und in.

Warum ich dieses aufschreibe und jenes nicht, schleierhaft. Es muss daran liegen, dass mir das eine einfällt und das andere nicht.

Fakt ist, dass das Komplexe wenig allgemeinverständlich und - so man auf Allgemeinverständlichkeit pocht - einfach auszudrücken ist. Ein Anpassungsprozess, der allerdings geistiges Verschleißpotenzial birgt. Es liegt auf der Hand, Komplexes so einfach wie möglich, aber so differenziert wie nötig zur Darstellung zu bringen.

Manchen Herausforderungen gegenüber ist man froh, wenn man sich ihnen nicht mehr stellen muss.

Zeitaktuell könnte gefragt werden, ob die Ausnahme Teil des Ganzen ist oder das Ganze Teil der Ausnahme. Auf das Eine hin jedenfalls lebt es sich längst nicht mehr, abgesehen von dem einen allgegenwärtigen Los des Endes.

Unangenehm, wenn das Elitäre (ob berechtigt oder nicht; in guter Absicht?) über das Vulgäre herzieht. Es verleumdet ohne Not und macht sich letztendlich selbst vulgär (was sowieso jederzeit im Bereich des Möglichen liegt).

Einmal saß ich in einer Bibliothek, blätterte einige Zeit in verschiedenen Büchern - jedes für sich vielversprechend, ohne auch nur eine Zeile zu lesen. Jemand, der mich beobachtet hätte, wäre vermutlich der Meinung gewesen, in meiner Person säße ein versierter Literat vor ihm, der es gewohnt sei, die Güte eines Textes stippvisitenhaft zu diagnostizieren. Ich dagegen sah nur leeren Blicks hinein ins je Aufgeschlagene, blind für Buchstaben, die wortgefügt hätten Sinn ergeben können. Fast war mein Verhalten erholsam, hätte ich nicht beinah mein Phone verloren. Ich ließ es am Ort des Nichtlesens liegen, bemerkte das Versehen beim Verlassen der Bibliothek, hetzte zurück in den Lesesaal, wo es auf der Armlehne der vor kurzem verlassenen Sitzgelegenheit lag. Schwarz auf Schwarz, kaum zu erkennen.